Warum es D7E (noch) nicht bei Buch Moser gibt

Da habe ich sie also geschrieben, die Geschichte, und sie breitet sich auf üppigen 9 Bänden oder in anderen Worten, auf viertausendvierhundertzweiundvierzig Seiten aus. Und sie ist gut geworden. Genau so, wie ich sie mir vorgestellt habe: spannend, fesselnd, geeignet für Leseratten jedes Alters.

Was soll ich also damit tun?

Ich werde sie vor allem einmal selbst lesen und freue mich schon unheimlich darauf! Ich will die Bücher in der Hand halten und darin schmökern. An allen bequemen und verbotenen Orten und auch am Klo!

Und doch möchte ich dieses Erlebnis anderen nicht vorenthalten. Die Geschichte sollen alle lesen können, die Lust darauf haben. Jeder, der ein bekennender oder anonymer Lese-Süchtiger ist, sollte die Chance haben, sich die Bücher einfach und günstig zu kaufen.

Leider war es von vornherein ausgeschlossen, einen Verlag zu finden. Populäre Fantasy-Verlage wie Heyne bekommen täglich mehrere Dutzend unaufgeforderte Manuskripte zugeschickt. Die unpopulären Verlage ebenso. Diese landen zu 99% ungelesen im (virtuellen) Papierkorb. Ich hatte keine Lust, mir diese demütigende Erniedrigung anzutun, durch die so gut wie alle erfolgreichen (und sowieso alle nicht erfolgreichen) Autoren durch müssen.

Zum Glück gibt es inzwischen die Möglichkeit, Bücher im Eigenverlag herauszugeben. Das »Direct-Publishing-Verfahren« funktioniert so: Bei Bestellung, also genau dann, wenn der rechte Zeigefinger über der auf dem Warenkorb lauernden Maus auf »Kaufen« drückt, wird irgendwo in Europa eine große, mannshohe Maschine angeworfen. Diese spuckt ein fix und fertig ausgedrucktes und gebundenes Buch in weniger als zwei Minuten aus und packt es automatisch in ein beschriftetes Versandkuvert, das am nächsten Tag vor der Haustür liegt. Dieses, mit Sicherheit gänzlich kohlendioxidverseuchte Verfahren, ist, das versteht sich von selbst, von Grund auf abzulehnen. Doch ich mache es trotzdem. Ich fahre dafür im Ausgleich, so oft es mir möglich ist, mit dem Fahrrad. Damit mag ich vielleicht wieder etwas Karma zurückgewinnen, sollte die Welt aufgrund der Verbreitung meines Buches im Klimahitzekollaps versinken.

So bietet also das von allen verhasste, politisch unkorrekte und milliardenscheffelnde Unternehmen Amazon eine Möglichkeit, euch mein Buch auf einfachste Weise zukommen zu lassen. Ich wäre auch nie auf diese Idee gekommen, wenn es mir meine Alexa nicht empfohlen hätte. Doch ganz ohne Scherz möchte ich mein allergrößtes Bedauern ausdrücken, dass mein Buch nicht in einer der wichtigsten und schönsten Kultureinrichtungen von Graz (Buch Moser) stehen oder liegen wird. Ich bin untröstlich darüber, und sollte einer von euch Kontakte dorthin haben, so meldet euch bitte. Wer sich zutraut, den Fantasy-Erstling-Roman eines unbekannten Midlife-Crisis-Autors in das Schaufenster vom Buch Moser zu bekommen, dem spendiere ich glatt ein Gösserbier (Marke Falkenbräu - meine Osttiroler Freunde wissen, warum). Wenn es erwartungsgemäß nicht so sein sollte, dann nehmt es mir bitte nicht krumm. Werft dem unsympathischen Konzern die paar Euro in den Rachen und bestellt das Taschenbuch oder das E-Book! Lasst mir die Freude über die paar Cent, die dabei auch in meine Tasche (und in jene meiner Illustratorin Namens Viktoria Staller) rollen. Wir planen die Re-Investition jedweder noch so geringer Einnahmen in die Grazer oder Osttiroler Gastronomie im Sinne von Getränkekonsumation. Ihr stärkt damit also auch die lokale Wirtschaft. Prost!